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Rechtliches

Drohnenaufnahmen für Immobilien: Was ist 2026 rechtlich erlaubt?

3. Februar 2026 9 min Lesezeit

Drohnenaufnahmen sind das Werkzeug der modernen Immobilienpräsentation. Spektakuläre Luftansichten, 360°-Perspektiven des Grundstücks, Außenaufnahmen aus neuen Winkeln – die Möglichkeiten sind faszinierend. Doch rechtlich ist die Situation für Immobilienmakler, Verkäufer und Fotografen komplex. Was ist 2026 erlaubt? Welche Genehmigungen brauchen Sie? Wie schützen Sie Ihre Nachbarn und deren Privatsphäre? Dieser Ratgeber klärt auf.

⚠️ Wichtig: Dieser Artikel bietet Orientierung, ersetzt aber keine juristische Beratung. Für spezifische Fragen konsultieren Sie bitte einen Anwalt oder die zuständigen Luftfahrtbehörden.

Die neue EU-Drohnenverordnung 2026: Das Regelwerk

Die Europäische Union hat 2021 eine einheitliche Drohnenverordnung (EASA-Verordnung) verabschiedet, die schrittweise in Kraft getreten ist und 2026 vollständig implementiert wird. Diese Verordnung unterscheidet zwischen drei Betriebskategorien, die für Immobilienfotografie relevant sind.

Die Kategorisierung bestimmt, welche Anforderungen und Genehmigungen notwendig sind. Professionelle Drohnenpiloten müssen wissen, in welche Kategorie ihr Einsatz fällt – denn die Konsequenzen bei Zuwiderhandlung sind erheblich.

Die drei Kategorien: Open, Specific und Certified

1. Kategorie „Open" (Unbewilligt)

Die offene Kategorie ist für einfache, risikoarme Flüge gedacht. Dies umfasst Drohnen unter 250 Gramm ohne Einschränkungen, aber auch etwas schwerere Drohnen unter bestimmten Bedingungen. Für Immobilienaufnahmen in dieser Kategorie gelten folgende Regeln:

2. Kategorie „Specific" (Genehmigung erforderlich)

Diese Kategorie erfordert eine Betriebsgenehmigung durch die Behörde. Sie ist relevant, wenn das Risiko höher wird – etwa bei Flügen näher an Personen, Häuser oder über größeren Gebäuden. Typischerweise brauchen professionelle Immobilienfotografen diese Genehmigung. Die Anforderungen umfassen:

3. Kategorie „Certified" (Zertifizierung erforderlich)

Die zertifizierte Kategorie ist für die risikoreichsten Szenarien reserviert – etwa Flüge über Menschenmengen oder in unmittelbarer Nähe von Gebäuden ohne Sicherheitsmaßnahmen. Sie erfordert:

„Die meisten professionellen Immobilienfotografien fallen in die Specific-Kategorie. Makler sollten sicherstellen, dass ihr Drohnenbetreiber eine gültige Betriebsgenehmigung hat, nicht nur die richtige Ausrüstung."

Persönlichkeitsrechte und Nachbarschutz

Eine Drohne über einem Grundstück ist nicht nur eine technische Angelegenheit – sie ist auch ein rechtliches Minefield in Sachen Privatsphäre. Die deutsche Rechtsprechung hat hier klare Grenzen gezogen.

Das Recht am eigenen Bild

Jeder Mensch hat ein Recht auf Schutz des eigenen Bildes. Drohnenaufnahmen, die Nachbarn, deren Kinder oder Gäste zeigen, sind ohne ausdrückliche Zustimmung rechtswidrig – auch wenn die Aufnahme von Ihrem Grundstück aus gemacht wird. Dies ist ein häufiger Fehler bei Immobilienfotografien.

Das Hausrecht und die Grenzen des Grundstücks

Ihr Grundstück endet nicht an der Oberfläche, die deutsche Rechtsprechung erkennt ein Recht über dem Grundstück an, allerdings mit Grenzen. Flüge über 30-40 Meter Höhe über Ihrem Grundstück tangieren normalerweise nicht die Hausrechte von Nachbarn. Darunter wird es kritisch. Besonders problematisch: Wenn die Drohne Fenster von Nachbarn überflieht, ihre Gärten überquert oder private Momente dokumentiert.

Nachbarrecht in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat ein strenges Nachbarschutzgesetz (Nachbarrechtsgesetz). Nachbarn können gegen Immissionen vorgehen, die ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Regelmäßige Drohnenflüge können unter Umständen als solche Immissionen gelten. In Karlsruhe und Umgebung sollten Sie besonders vorsichtig sein – Nachbarrechtsstreitigkeiten enden oft vor Gericht.

Genehmigungen für Immobilienfotografie in Karlsruhe

Für professionelle Drohnenaufnahmen in Karlsruhe benötigen Sie in der Regel eine Betriebsgenehmigung. Hier ist der Weg:

Zuständige Behörde

In Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium Karlsruhe für Drohnenbetriebsgenehmigungen zuständig. Für Karlsruhe-Stadt selbst kann es zusätzliche lokale Regelungen geben.

Der Genehmigungsprozess

  1. Risikoanalyse durchführen: Dokumentieren Sie das geplante Fluggebiet, die Drohne, die Höhe und Dauer der Flüge sowie potenzielle Risiken (Nähe zu Gebäuden, Straßen, Personen)
  2. Risikominderungsmaßnahmen festlegen: Versicherung abschließen, Sicherheitsabstände einhalten, Sperrzone errichten, visuelle Beobachter einsetzen
  3. Antrag einreichen: Stellen Sie einen Antrag beim RP Karlsruhe mit all Ihren Unterlagen
  4. Warten auf Entscheidung: Dies kann 2-8 Wochen dauern
  5. Genehmigung nutzen: Sie erhalten einen Bescheid mit Auflagen und Gültigkeitsdauer
€500–2.000
Durchschnittliche Kosten für eine Betriebsgenehmigung (einmalig + laufend)

Lokale Regelungen in Karlsruhe

Zusätzlich zur Landesgenehmigung können Städte lokale Regelungen erlassen. Karlsruhe erlaubt Drohnenflüge in bestimmten Bereichen nicht oder nur mit zusätzlicher Genehmigung:

Best Practices für rechtssichere Drohnenaufnahmen

1. Versicherung abschließen

Eine Haftpflichtversicherung für Drohnenbetrieb ist nicht optional – sie ist erforderlich. Sie deckt Schäden ab, falls etwas schiefgeht. Makler sollten sicherstellen, dass ihr Fotograf versichert ist.

2. Zustimmung von Nachbarn einholen

Besser, Sie fragen vorher: Informieren Sie Nachbarn über geplante Flüge, idealerweise schriftlich. So vermeiden Sie Konflikte und rechtliche Probleme.

3. Nur relevante Bereiche fotografieren

Konzentrieren Sie sich auf das zu verkaufende Objekt. Vermeiden Sie:

4. Dokumentation bewahren

Führen Sie Flugprotokolle: Datum, Uhrzeit, Dauer, Wetterbedingungen, durchführende Person. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt Sie im Problemfall.

5. Nutzungsrechte klären

Vor der Veröffentlichung sollten Sie klären:

6. Regelmäßig überprüfen

Die Gesetzeslage entwickelt sich weiter. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Genehmigungen noch aktuell sind und ob sich die Regelungen geändert haben.

Wann macht ein professioneller Anbieter Sinn?

Sie könnten versucht sein, Drohnenaufnahmen selbst zu machen. Doch es gibt gute Gründe, einen professionellen Anbieter zu beauftragen:

Rechtliche Sicherheit

Ein seriöser Anbieter hat alle notwendigen Genehmigungen, eine gültige Versicherung und kennt die rechtlichen Anforderungen. Das spart Ihnen rechtliche Probleme und potenzielle Bußgelder (bis 10.000€ für Verstöße gegen die Drohnenverordnung).

Qualität der Aufnahmen

Professionelle Drohnenpiloten haben spezialisierte Ausrüstung, können Wetter- und Lichtverhältnisse nutzen und wissen, welche Aufnahmen ein Objekt optimal präsentieren.

Haftung und Versicherung

Falls etwas passiert – ein Unfall, Sachschäden, Verletzung von Persönlichkeitsrechten – ist der Anbieter versichert und haftbar, nicht Sie. Das ist erheblicher Schutz.

Effizienz

Ein professioneller Pilot braucht typisch 2-3 Stunden für ein Objekt (Flug, Bildbearbeitung, Lieferung). Sie müssen erst die Drohne kaufen, Kurse absolvieren, Genehmigungen einholen – das dauert Wochen oder Monate.

Rechtssichere Drohnenaufnahmen für Ihre Immobilie

Beck360 verfügt über alle erforderlichen Genehmigungen und Versicherungen für professionelle Drohnenaufnahmen in Karlsruhe und Umgebung. Wir kümmern uns um die Rechtssicherheit.

Checkliste: So wird Ihr Drohnenflug rechtssicher

Fazit: Drohnen sind erlaubt – mit Bedacht

Drohnenaufnahmen für Immobilien sind 2026 rechtlich möglich und können eine Immobilie fantastisch präsentieren. Aber: Die Regelungen sind komplex, und Fehler können teuer werden. Die neue EU-Drohnenverordnung schafft einen verlässlichen Rahmen, aber dieser Rahmen muss beachtet werden.

Wenn Sie eine Immobilie verkaufen oder vermieten, empfehlen wir: Arbeiten Sie mit einem professionellen, versicherten Anbieter zusammen. So sparen Sie Zeit, vermeiden rechtliche Probleme und erhalten hochwertige Aufnahmen. Das investierte Geld kommt beim Verkauf zurück – denn Drohnenaufnahmen erhöhen das Interesse und beschleunigen den Verkauf.