Ein Umbau fängt selten mit einem sauberen Plan an. In Karlsruhe, Ettlingen und den Orten dazwischen stehen Häuser, deren letzte Zeichnung aus einer anderen Zeit stammt. Eine Wand wurde versetzt, das Bad ist gewandert, das Dach ist ausgebaut, und die Höhen auf dem Papier passen nur ungefähr. Wer dann plant, arbeitet eine Weile mit Annahmen. Ein 3D-Scan zur Bestandsaufnahme nimmt dem Gebäude diese Unschärfe nicht vollständig. Er gibt Architekten, Planern und Bauherren aber eine gemeinsame Ansicht, bevor jemand Maße aus dem Gedächtnis in ein CAD-Programm tippt.
Ich mache diesen Scan mit der Matterport Pro2. Die Kamera steht auf einem Stativ, nimmt den Raum von einem Standpunkt auf und wird dann weitergestellt, bis die Räume zusammenhängen. Heraus kommt kein Laserscan und kein Aufmaß, wie es ein Vermesser liefert. Heraus kommt ein digitaler Zwilling, den man im Browser begehen kann, plus die Dateien des gebuchten Pakets.
Was bei der Bestandsaufnahme ankommt
Der begehbare Rundgang ist in jedem Paket die Grundlage. Wer den Link öffnet, läuft durch Flur, Treppe und Dachgeschoss, ohne dass das ganze Planungsteam am selben Vormittag vor Ort sein muss. Türen, Fenster, Versprünge und die Raumfolge sind sichtbar. In der ersten Abstimmung reicht das oft schon: Man sieht, wo die Küche zur Hofseite liegt, wo eine nachträglich gezogene Wand den alten Grundriss verändert hat, und wie eng die Treppe wirklich ist.
Dazu liegt ein schematischer Grundriss als PNG, PDF und SVG bei. Er zeigt die erfassten Räume im Zusammenhang. Eine Eingabeplanung wird daraus nicht von selbst. Das Büro zeichnet in der eigenen Software weiter und prüft die Stellen, an denen ein Zentimeter über den Einbau entscheidet.
Im Rundgang lassen sich Maße abgreifen. Zwei Punkte anklicken, Abstand lesen: Wand zu Wand, eine ungefähre Raumhöhe, die Breite einer Öffnung. In der Besprechung ist die Zahl sofort da. Sie stammt aus dem Scan. Für ein Maß, das in die Statik oder in eine Bestellung geht, ist sie der Ausgangspunkt, nicht das letzte Wort.
Ab dem Paket PROFESSIONAL kommt die E57-Punktwolke dazu, farbig und so aufbereitet, dass Programme sie lesen können, die E57 kennen. Ergänzend gibt es den MatterPak-Export mit OBJ, XYZ und JPG. Planungsbüros können die Punktwolke damit in den eigenen Workflow legen, statt nur einen Link weiterzuschicken. Eine Punktwolke Karlsruhe aus diesem Scan ist eine Arbeitsgrundlage für CAD und BIM. Sie ist keine vermessene Punktwolke aus einem terrestrischen Laserscanner, und ich verkaufe sie auch nicht als solche.
BASIC enthält diese Exporte nicht. Das Paket gilt für Innenräume: Rundgang und schematischer Grundriss. Wer in der eigenen Software weiterzeichnet, braucht mindestens PROFESSIONAL. Die DWG kommt mit CAD, das Modell LOD 200 mit BIM. Die Datei muss zu der Software passen, die im Büro aufgeht.
Neben der Planung bleibt ein schlichterer Nutzen: die Baudokumentation Karlsruhe. Vor Umbau, Rückbau oder Sanierung hält der Scan den Zustand fest, den alle gesehen haben. Das ist kein Gutachten. Es ist eine Bild- und Datengrundlage, auf die man später noch zeigen kann, wenn der Putz schon runter ist.
Das Hosting des Rundgangs ist zwölf Monate enthalten, danach 20 € im Monat. Exportierte Dateien bleiben bei Ihnen, auch wenn das Hosting endet.
Wie ein Termin abläuft
Am Anfang steht ein kurzes Gespräch. Ich will wissen, was für ein Gebäude es ist, welche Fläche ungefähr ansteht und welche Datei am Ende gebraucht wird. Eine Wohnung mit klarem Schnitt ist etwas anderes als ein Mehrfamilienhaus mit Keller und ausgebautem Dach. Davon hängen Paket und Preisstufe ab. Alte Pläne, auch unvollständige, schaue ich mir vorher an, wenn es sie gibt. Sie ersetzen den Scan nicht, zeigen aber, wo das Haus von der Zeichnung abweicht.
Vor Ort brauche ich Zugang zu allen Räumen, die in den Scan sollen, inklusive Keller und Dach, wenn sie dazugehören. Ein Verschlag, den niemand aufmacht, fehlt später. Möbel bleiben in der Regel stehen. Was die Kamera nicht sieht, fehlt: die Ecke hinter dem Schrank, der Schacht hinter der Klappe, die Fläche hinter einem Spiegel. Glas und sehr dunkle Flächen mag die Pro2 nicht besonders. Wenn so eine Stelle den Grundriss trägt, sage ich das vor dem Termin.
Die Pro2 stelle ich Raum für Raum auf. Geliefert wird in 48 bis 72 Stunden, je nach Umfang. Eine überschaubare Wohnung liegt eher am kürzeren Ende, ein großes Haus mit CAD oder BIM eher am längeren. Sie bekommen den Link zum Rundgang und, je nach Paket, Grundriss, E57-Punktwolke, MatterPak, DWG oder BIM-Modell.
Die Anfahrt ist bis 25 km frei, gerechnet ab Ettlingen. Jeder Kilometer darüber kostet 0,50 €. Die Strecke steht im Angebot, damit sie nicht erst auf der Rechnung auftaucht. Wer mehrere Gebäude in einem Zug scannen lassen will, soll das direkt sagen. Einen pauschalen Mengenrabatt schreibe ich hier nicht hin. Den klärt man im Gespräch, so wie es auch auf der Preisseite steht.
Für wen sich das lohnt
Architekturbüros nutzen den Scan, bevor der erste Entwurf gezeichnet wird. Die eigene Begehung ersetzt er nicht. Er verkürzt die Rückfragen danach: eine Wand, die im alten Plan fehlt, ein Versprung in der Decke, ein Fenster, das tiefer sitzt als gedacht.
Wer in Revit, ArchiCAD oder AutoCAD weiterarbeitet, braucht die Datei und nicht nur den Link. Dafür ist PROFESSIONAL da: E57 und MatterPak, ohne dass ich CAD oder BIM gleich mitliefere. Auf der Preisseite ist das Paket als Einstieg für B2B-Kunden markiert. Die DWG mit Wänden, Türen, Fenstern und Maßen, nach ISO 13567, kommt im CAD-Paket. Das BIM-Modell LOD 200 als RVT, IFC, DWG und RCS kommt im BIM-Paket. Die Modellierung ist eigene Arbeit, kein Nebenprodukt des Termins vor Ort.
Bauherren holen den Scan, wenn Architektur, Statik und die Gewerke denselben Stand brauchen. Ein Link ist leichter zu teilen als ein Ordner mit Handyfotos. Der Scan entscheidet nicht, welche Wand bleiben soll. Er sorgt dafür, dass alle über dieselbe Wand reden.
Weniger sinnvoll ist er, wenn eine Genehmigung oder eine Ausschreibung ein vermessungsgenaues Aufmaß verlangt. Dann gehört ein Vermesser an den Tisch. Der Scan kann daneben liegen, als Anschauung und als Rohmaterial. Er tritt nicht an die Stelle dieser Vermessung.
Veröffentlichte Referenzprojekte zum 3D-Scan gibt es hier noch nicht. Die über 350 Projekte von Beck360 sind überwiegend Rundgänge und Drohnenaufnahmen. Bei Google steht Beck360 bei 5,0 Sternen. Das ist die Rückmeldung aus der laufenden Arbeit, kein Beleg für einen Scan, den es auf der Seite nicht gibt.
Was die Pro2 kann, und wo ich abrate
Die Matterport Pro2 ist die Kamera, mit der ich arbeite. Sie gehört mir und kommt zum Termin mit. Sie ist kein Laserscanner. Die Genauigkeit liegt laut Hersteller bei etwa ±1 %. Für eine Besprechung, für eine grobe Orientierung zu den Flächen und für die Dokumentation des Zustands ist das eine brauchbare Grundlage. Für ein Maß, an dem die Planung hängt, empfehle ich ein Kontrollmaß vor Ort. Typische Stellen sind die lichte Breite einer Öffnung, die Höhe unter einem Unterzug und der Abstand, in den ein Fertigteil oder ein neues Fenster passen muss.
Ein Aufmaß durch einen Vermesser ersetzt der Scan nicht. Wer eine Scan-Zahl als vermessenes Maß in die Planung übernimmt, plant auf einer Angabe, die dafür nicht gemacht wurde. Lieber eine Kontrolle mehr als eine Öffnung, die am Ende nicht passt.
Auch die Abdeckung hat Grenzen. Große Hallen, dichte Technikzentralen oder Bereiche hinter festem Inventar brauchen mehr Standpunkte, und manches bleibt eine Lücke. Die Lücke bleibt sichtbar. Ich zeichne keine Fläche hinein, die die Kamera nicht gesehen hat. Für Anlagen, die aus der festen Flächentabelle herausfallen, gibt es ein eigenes Angebot, so wie auf der Preisseite.
Wenn nach der Lieferung doch eine DWG gebraucht wird, obwohl nur der Rundgang bestellt war, ist das ein anderes Paket. Das kläre ich, bevor etwas nachberechnet wird.
Was es kostet
Alle Beträge sind netto, zuzüglich Mehrwertsteuer. Sie stehen so auf der Preisseite zum 3D-Scan. Die Fläche ist in vier Stufen geteilt: S bis 100 m², M von 100 bis 300 m², L von 300 bis 1.000 m², XL von 1.000 bis 5.000 m².
| Paket | S bis 100 m² |
M 100–300 m² |
L 300–1.000 m² |
XL 1.000–5.000 m² |
|---|---|---|---|---|
| BASIC | 490 € | 690 € | 990 € | 1.490 € |
| PROFESSIONAL | 890 € | 1.190 € | 1.690 € | 2.490 € |
| CAD | 1.490 € | 1.890 € | 2.490 € | 3.490 € |
| BIM | 2.490 € | 2.990 € | 3.990 € | auf Anfrage |
BASIC ist der digitale Zwilling für Innenräume, mit schematischem Grundriss (PNG, PDF, SVG) und zwölf Monaten Hosting. E57, CAD und BIM sind nicht dabei.
PROFESSIONAL enthält alles aus BASIC, dazu die E57-Punktwolke und den MatterPak mit OBJ, XYZ und JPG.
CAD enthält alles aus PROFESSIONAL und zusätzlich den 2D-Grundriss als DWG, mit Wänden, Türen, Fenstern und Maßen, nach ISO 13567.
BIM enthält alles aus PROFESSIONAL und zusätzlich das BIM-Modell LOD 200 als RVT, IFC, DWG und RCS. Die Stufe XL ist auf Anfrage.
Was der Scan im Gebäude leistet und für welche Gewerke er gedacht ist, steht auf der Seite zum 3D-Scan. Dort ist auch beschrieben, dass ich im Alltag mit der Pro2 arbeite und der Scan eine Vermessung nicht ersetzt.
Wenn ein Bestand in Karlsruhe aufgenommen werden soll
Schreiben Sie mir, was für ein Gebäude es ist, welche Fläche ungefähr ansteht und ob Sie den Rundgang, die Punktwolke, eine DWG oder ein BIM-Modell brauchen. Daraus wird ein Angebot mit dem Paketpreis und der Anfahrt. Ein 3D Scan Karlsruhe lohnt sich, wenn mehrere Leute dasselbe Gebäude verstehen müssen und die alten Pläne dafür nicht reichen. Er lohnt sich nicht als Ersatz für den Vermesser.
Telefon: +49 173 468 2501